Prepaid-Kreditkarte für Studenten
Zuletzt aktualisiert am 29.09.2026 von Redaktion tarife-im-test.de
Für Studierende kommen im Alltag vor allem drei Kartenarten infrage: die Debitkarte zum Girokonto, die Prepaid-Kreditkarte und die klassische Kreditkarte mit Kreditrahmen. Eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert nur mit Guthaben, das Sie vorher aufgeladen haben – einen Kreditrahmen gibt es nicht. Kostenlos ist sie deshalb aber nicht automatisch: Gebühren und Grenzen sollten Sie vor dem Abschluss prüfen.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie sich die drei Kartenarten unterscheiden, wann eine Prepaid-Kreditkarte im Studium sinnvoll sein kann, worauf Sie bei Kosten achten sollten, was im Auslandssemester gilt und welche Möglichkeit Sie haben, wenn Sie noch kein Girokonto besitzen. Grundlagen zu Karten auf Guthabenbasis finden Sie auf unserer Themenseite Prepaid-Kreditkarte.
Welche Karten kommen für Studierende infrage?
Die drei Kartenarten unterscheiden sich vor allem darin, woher das Geld kommt und wann es abgebucht wird:
| Kartenart | Woher kommt das Geld? | Wann wird abgebucht? |
|---|---|---|
| Debitkarte | vom Girokonto | sofort bei der Zahlung |
| Prepaid-Kreditkarte | aus vorher aufgeladenem Guthaben | beim Bezahlen vom Guthaben |
| Kreditkarte mit Kreditrahmen | Kreditrahmen des Kartenherausgebers | gesammelt und zeitversetzt vom Girokonto |
Debitkarte zum Girokonto
Viele Banken bieten laut Verbraucherzentrale eine Debitkarte als Zusatz zum Girokonto an, oft ohne eigene Gebühr. Bei einer Zahlung mit der Debitkarte wird das zugehörige Konto sofort belastet. Sie sehen Ihre Ausgaben also direkt im Kontostand.
Übrigens: Karten mit Maestro-Funktion werden seit dem 01.07.2023 nicht mehr neu ausgegeben. Bereits ausgegebene Maestro-Karten gelten nach Angaben von EURO Kartensysteme (girocard) weiter bis zu ihrem Ablaufdatum. Welche Karte Sie danach als Ersatz erhalten, erfahren Sie bei Ihrer Bank.
Prepaid-Kreditkarte
Eine Prepaid-Kreditkarte laden Sie vorab mit Guthaben auf. Bezahlen können Sie nur bis zur Höhe dieses Guthabens. Einen Kreditrahmen gibt es nicht. Welche Voraussetzungen für die Ausgabe der Karte gelten, steht in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.
Schufa: Beim Score-Kriterium „Alter der ältesten Kreditkarte“ zählen laut Schufa nur Karten mit Kreditrahmen – Debit- und Prepaid-Karten gehören nicht dazu. Das bedeutet aber nicht, dass nie eine Auskunft eingeholt wird: Ob ein Prepaid-Anbieter vor der Ausgabe eine Schufa-Auskunft einholt, entscheidet er selbst. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite Prepaid-Kreditkarte und Schufa.
Kreditkarte mit Kreditrahmen
Bei einer klassischen Kreditkarte räumt Ihnen der Herausgeber einen Kreditrahmen ein. Die Umsätze werden laut Verbraucherzentrale gesammelt und zeitversetzt vom Konto abgebucht. Ob und mit welchem Rahmen Sie im Studium eine solche Karte bekommen, entscheidet der jeweilige Herausgeber.
Vorteile einer Prepaid-Kreditkarte im Studium
- Ausgaben im Blick: Sie können nur das Geld ausgeben, das Sie vorher auf die Karte geladen haben. Das hilft, ein knappes Monatsbudget einzuhalten.
- Kein Kreditrahmen: Da die Karte auf Guthabenbasis läuft, nehmen Sie mit ihr keinen Kredit auf.
- Online bezahlen: Mit einer Prepaid-Kreditkarte können Sie auch online bezahlen, sofern der Händler die Karte akzeptiert. Ob sich die Karte bei PayPal oder im App Store hinterlegen lässt, erklären wir im Abschnitt Prepaid-Kreditkarte bei PayPal und im App Store.
Worauf Sie achten sollten: Kosten und Grenzen
Eine Prepaid-Kreditkarte ist nicht automatisch kostenlos. Je nach Anbieter können zum Beispiel Gebühren für die Ausgabe der Karte, eine Jahresgebühr, Kosten für das Aufladen, für Bargeldabhebungen oder für eine längere Nichtnutzung anfallen. Maßgeblich sind die Vertragsbedingungen und das Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters – lesen Sie beides vor dem Abschluss.
Auch beim Einsatz gibt es Grenzen. Reicht das Guthaben nicht aus, wird die Zahlung abgelehnt. Wie schnell eine Aufladung gutgeschrieben wird, hängt vom Anbieter und vom Aufladeweg ab – das steht in den Bedingungen. Die Verbraucherzentrale rät, für eine Kaution bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen besser eine echte Kreditkarte mitzunehmen. Das gilt auch, wenn Sie sonst mit einer Prepaid-Karte bezahlen. Wenn Sie eine Reise oder einen Umzug planen, klären Sie das am besten vorher mit dem Hotel oder dem Vermieter.
Auslandssemester: Was gilt beim Bezahlen im Ausland?
Für ein Auslandssemester innerhalb der EU gibt es eine hilfreiche Regel: Laut dem EU-Portal „Ihr Europa“ darf Ihre Bank Ihnen für Zahlungen in Euro in der gesamten EU nicht mehr berechnen als für vergleichbare Zahlungen im Inland. Bezahlen Sie dagegen in einer anderen Währung, sind Gebühren für die Umrechnung möglich.
Wie hoch solche Gebühren ausfallen, legt jeder Anbieter selbst fest. Schauen Sie deshalb vor der Abreise ins Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Karte, besonders wenn Sie in ein Land außerhalb der Eurozone gehen. Es kann außerdem sinnvoll sein, eine zweite Karte als Reserve mitzunehmen, falls eine Zahlung oder eine Kaution mit der Prepaid-Karte nicht klappt. Weitere Hinweise finden Sie auf unserer Seite Prepaid-Kreditkarte im Ausland.
Kein Girokonto? Anspruch auf ein Basiskonto
Wer noch kein Girokonto hat, muss nicht zwingend auf eine Prepaid-Karte ausweichen. Nach § 31 des Zahlungskontengesetzes (ZKG) muss ein Institut, das Zahlungskonten für Verbraucher anbietet, mit Berechtigten einen Basiskontovertrag schließen, wenn der Antrag die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Berechtigt sind Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich rechtmäßig in der EU aufhalten – auch ohne festen Wohnsitz. Zu den Leistungen eines Basiskontos gehören nach § 38 Abs. 2 ZKG auch Zahlungen mit einer Zahlungskarte. Welche Karte Sie konkret erhalten und welche Kosten anfallen, erfahren Sie bei der jeweiligen Bank.
Sind Sie noch unter 18, gelten besondere Regeln – etwa die Zustimmung der Eltern. Diese erklären wir auf unserer Seite Prepaid-Kreditkarte unter 18.
Prepaid-Kreditkarten vergleichen
Wenn Sie sich für eine Prepaid-Kreditkarte entscheiden, vergleichen Sie vor allem Gebühren, Auflademöglichkeiten und die Bedingungen für den Einsatz im Ausland.
Häufige Fragen
Quellen: Verbraucherzentrale, „Kreditkarte oder Debitkarte: Das sind die Unterschiede“, verbraucherzentrale.de (Stand 04.03.2026, Abruf 29.09.2026); Schufa, Score-Kriterium „Alter der ältesten Kreditkarte“, schufa.de (Abruf 29.09.2026); EURO Kartensysteme GmbH, Pressemitteilung „Nach Maestro-Aus: girocard ist und bleibt bevorzugtes Zahlungssystem“ vom 01.06.2023, girocard.eu (Abruf 29.09.2026); Europäische Kommission, „Ihr Europa“ – Zahlungen, Überweisungen und Schecks, europa.eu (Stand 28.04.2026, Abruf 29.09.2026); §§ 31, 38 Zahlungskontengesetz (ZKG), gesetze-im-internet.de (Abruf 29.09.2026).
