
Zuletzt aktualisiert am 09.09.2026 von Redaktion tarife-im-test.de
Wer Geld für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigt, kann mit Festgeld einen Zinssatz sichern, der über die gesamte Laufzeit garantiert bleibt. Anders als beim Tagesgeld ist das Kapital dabei fest gebunden – dafür profitieren Sparerinnen und Sparer in der Regel von einem Zinsaufschlag gegenüber täglich verfügbaren Einlagen. Mit dem folgenden Festgeldvergleich können Sie Angebote nach Anlagebetrag, Laufzeit und Einlagensicherung filtern und so das für Ihre Situation passende Angebot finden.
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Was genau ist Festgeld?
Festgeld ist eine Anlageform, bei der ein Geldbetrag für eine im Voraus vereinbarte Laufzeit bei einer Bank angelegt wird. Der Zinssatz wird bei Vertragsabschluss festgelegt und bleibt laut Definition der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die gesamte Laufzeit unverändert – unabhängig davon, wie sich das allgemeine Zinsniveau in der Zwischenzeit entwickelt. Das unterscheidet Festgeld grundlegend vom Tagesgeld, bei dem der Zinssatz jederzeit von der Bank angepasst werden kann, das Kapital dafür aber täglich verfügbar bleibt. Festgeld eignet sich damit vor allem für Beträge, auf die während der gewählten Laufzeit sicher verzichtet werden kann, während Tagesgeld die richtige Wahl für die kurzfristige Liquiditätsreserve ist.
Laufzeiten und Zinskurve – wie lange sollte ich mein Geld binden?
Banken bieten Festgeld typischerweise in einer breiten Spanne an – von wenigen Monaten bis hin zu zehn Jahren oder mehr. Nach Angaben von Vergleichsportalen wie Verivox und CHECK24 steigt der gebotene Zinssatz in der Regel mit der Laufzeit: Wer sich langfristig bindet, wird von den Banken tendenziell mit einem höheren Zins entschädigt, weil das Institut länger planbar über das Kapital verfügen kann. Wie stark dieser Aufschlag im Einzelfall ausfällt, hängt jedoch von der jeweiligen Bank, ihrer Refinanzierungssituation und dem allgemeinen Zinsumfeld ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Bei der Wahl der Laufzeit sollten Sie vor allem realistisch einschätzen, wann Sie das Geld voraussichtlich wieder benötigen – etwa für eine geplante Anschaffung, den Immobilienkauf oder als Rücklage. Wer sich unsicher ist, kann auch mehrere kürzere Laufzeiten parallel anlegen (sogenannte Laufzeitenstaffelung), um flexibler zu bleiben. So lässt sich zum Beispiel ein Teil des Kapitals kurzfristig binden und ein anderer Teil längerfristig anlegen, sodass regelmäßig ein Teilbetrag fällig wird und bei Bedarf neu entschieden werden kann, ob er erneut angelegt oder anderweitig verwendet wird. Auf diese Weise lässt sich ein Kompromiss zwischen dem meist höheren Zins längerer Laufzeiten und dem Wunsch nach Flexibilität finden, ohne vollständig auf die Zinssicherheit von Festgeld zu verzichten.
Aktuelles Zinsumfeld für Festgeld
Festgeldzinsen liegen im aktuellen Zinsumfeld grundsätzlich über den Zinsen für täglich verfügbares Tagesgeld, da Banken für die längere Kapitalbindung üblicherweise einen Zinsaufschlag zahlen. Wie hoch dieser Aufschlag aktuell ausfällt und wie sich die Zinsen je nach Laufzeitband konkret entwickelt haben, ändert sich fortlaufend mit der allgemeinen Zinsentwicklung. Verlässliche, tagesaktuelle Werte für Deutschland veröffentlicht die Deutsche Bundesbank in ihrer offiziellen MFI-Zinsstatistik für Einlagen mit vereinbarter Laufzeit – dort lässt sich die jeweils aktuelle Zinsentwicklung nach Laufzeitband direkt einsehen. Weil sich diese Werte von Monat zu Monat ändern können, verzichten wir an dieser Stelle bewusst auf eine konkrete Prozentzahl, die schon kurz nach Veröffentlichung veraltet wäre. Die tatsächlich am Markt verfügbaren Konditionen einzelner Anbieter können zudem von Bank zu Bank und je nach Anlagebetrag deutlich abweichen, weshalb sich ein aktueller Vergleich der Einzelangebote in jedem Fall lohnt.
Festgeld vorzeitig kündigen – geht das?
Festgeld ist bewusst als gebundene Anlageform konzipiert: Während der vereinbarten Laufzeit ist eine vorzeitige Verfügung über das Kapital laut BaFin in der Regel nicht ohne Weiteres möglich. Manche Banken lassen eine vorzeitige Auflösung im Kulanzweg zu, verlangen dafür aber häufig einen Zinsnachteil oder eine sogenannte Vorschusszinsen-Regelung, durch die ein Teil der vereinbarten Rendite entfällt. Rechtlich wird in der Literatur teilweise diskutiert, ob bei einem „wichtigen Grund“ im Sinne von § 314 BGB ausnahmsweise ein außerordentliches Kündigungsrecht bestehen könnte – dies ist jedoch eine Frage des Einzelfalls und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Wer nicht sicher ist, ob er während der gesamten Laufzeit auf das Geld verzichten kann, sollte von vornherein eine kürzere Laufzeit wählen oder einen Teil der Ersparnisse stattdessen auf einem Tagesgeldkonto halten.
Automatische Wiederanlage – worauf Sie bei Fälligkeit achten sollten
Läuft ein Festgeldvertrag aus, reagieren viele Banken automatisch, wenn der Kunde nichts unternimmt: Das Kapital wird dann häufig automatisch zu den zu diesem Zeitpunkt gültigen Konditionen erneut angelegt. Die BaFin weist darauf hin, dass diese automatische Wiederanlage oft zu schlechteren Zinssätzen erfolgt als ursprünglich vereinbart oder als aktuell am Markt erzielbar wäre. Es lohnt sich daher, den Fälligkeitstermin im Kalender zu vermerken und rechtzeitig vorher zu prüfen, ob die angebotenen Anschlusskonditionen noch wettbewerbsfähig sind oder ob ein Wechsel zu einem anderen Anbieter sinnvoller ist. Wer flexibel bleiben möchte, sollte bei Vertragsabschluss außerdem darauf achten, ob und mit welcher Frist eine automatische Verlängerung überhaupt widersprochen werden kann.
Einlagensicherung bei Festgeld
Auch für Festgeld gilt die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank – dieselbe Regelung, die auch für Tagesgeld und andere Einlagen greift und an anderer Stelle auf dieser Seite ausführlich erläutert wird. Da bei Festgeld das Kapital über die gesamte Laufzeit gebunden ist und im Krisenfall nicht kurzfristig abgezogen werden kann, kommt der Bonität der Bank beziehungsweise des zuständigen Einlagensicherungssystems hier eine etwas größere praktische Bedeutung zu als beim jederzeit verfügbaren Tagesgeld.
Festgeld im EU-Ausland – Chancen und Besonderheiten
Banken mit Sitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat bieten deutschen Sparerinnen und Sparern über grenzüberschreitende Angebote teilweise attraktive Festgeldkonditionen an. Auch für diese Institute gilt grundsätzlich die europaweit harmonisierte Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Weil Festgeld über die gesamte Laufzeit gebunden ist, lohnt sich bei ausländischen Angeboten ein genauer Blick auf das Länderrating und die Bonität des jeweiligen nationalen Einlagensicherungssystems: Im Krisenfall kann die Auszahlungsfähigkeit eines Sicherungssystems je nach wirtschaftlicher Stabilität des Landes unterschiedlich schnell und zuverlässig funktionieren. Ein guter Festgeldvergleich sollte daher nicht nur den gebotenen Zins, sondern auch den Sitzstaat der Bank und dessen Bonitätseinstufung berücksichtigen.
Steuern auf Festgeld-Zinsen
Zinserträge aus Festgeld unterliegen wie andere Kapitalerträge der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum sogenannten Sparer-Pauschbetrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei – seit der Anhebung liegt dieser bei 1.000 Euro für Einzelveranlagte beziehungsweise 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehe- oder Lebenspartner (§ 20 Abs. 9 Einkommensteuergesetz). Wer einen Freistellungsauftrag bei seiner Bank hinterlegt, kann Zinserträge bis zu dieser Grenze ohne automatischen Steuerabzug vereinnahmen. Diese Regelung entspricht der Besteuerung von Tagesgeldzinsen und anderen klassischen Spareinlagen.
Festgeld oder Tagesgeld – was passt zu mir?
Ob Festgeld oder Tagesgeld die passendere Wahl ist, hängt in erster Linie davon ab, wie sicher Sie sind, dass Sie das Geld während der gesamten Laufzeit nicht benötigen. Tagesgeld eignet sich für die flexible Liquiditätsreserve, auf die jederzeit kurzfristig zugegriffen werden kann – etwa für unvorhergesehene Ausgaben. Festgeld ist dagegen sinnvoll für Beträge, die planbar für einen bestimmten Zeitraum zur Seite gelegt werden, und bietet dafür in der Regel einen Zinsvorteil gegenüber täglich verfügbaren Einlagen. Viele Haushalte kombinieren beide Formen: eine Tagesgeldreserve für kurzfristige Bedürfnisse und zusätzliches Festgeld für Beträge mit einem klar absehbaren Anlagehorizont. Eine gängige Faustregel ist, zunächst eine Liquiditätsreserve von einigen Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto vorzuhalten und erst darüber hinausgehendes, planbar nicht benötigtes Kapital in Festgeld anzulegen. So bleibt die kurzfristige Handlungsfähigkeit erhalten, während der übrige Betrag von der in der Regel höheren Verzinsung längerer Laufzeiten profitieren kann.
Häufige Fragen
Fragen oder Hinweise?
Sollten Sie Fragen zu diesem Festgeldvergleich haben oder uns auf veraltete Informationen hinweisen wollen, erreichen Sie die Redaktion von tarife-im-test.de über die im Impressum genannten Kontaktdaten.
Quellen: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) – Informationen zu Festgeld, Kündigungsmöglichkeiten und Einlagensicherung; Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik für Deutschland, Einlagen mit vereinbarter Laufzeit (aktuelle Werte nach Laufzeitband direkt bei der Bundesbank einsehbar, Stand: laufend aktualisiert); § 20 Abs. 9 Einkommensteuergesetz (EStG); Verivox und CHECK24 als Sekundärquellen zu marktüblichen Laufzeitstrukturen.
